Propstei Braunschweig
23.03.19

Pröpstin Uta Hirschler am 23. April 2019 in der nb

Glücklich

Am vergangenen Mittwoch war der jährliche „Welttag des Glücks“, der 2012 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Da wurde bekanntgegeben, dass Finnland das glücklichste Land der Welt sei. Und an diesem Tag hatte die Raupe Nimmersatt Geburtstag. Sie ist jetzt 50 Jahre alt.
In ihrem Kinderbuch fraß sich die Raupe durch einen Apfel, zwei Birnen, drei Pflaumen, vier Erdbeeren, fünf Orangen und ein Stück Schokoladenkuchen, eine Eiswaffel, eine saure Gurke, ein Scheibe Käse, ein Stück Wurst, einen Lolli, ein Stück Früchtebrot, ein Törtchen und ein Stück Melone. Danach hatte sie Bauchschmerzen.
An ihrem Geburtstag gab es in der Vesperkirche Sellerieschnitzel mit Kartoffelpüree und Soße. Als ob es etwas sehr Großes zu feiern gegeben hätte, drängten sich die Menschen in der Brüdernkirche. Schon nach einer Stunde waren alle 170 Essensportionen ausgeteilt. Manche von denen, die später noch kamen und leer ausgingen, setzten sich dazwischen und erzählten ein bisschen. Wie schön, dass sie so gut mit schlechten Nachrichten umgehen und Teil der Gemeinschaft sein konnten. Das ist eine Fähigkeit, die ganz sicher auch zum Glücklichsein beiträgt.
Die Raupe Nimmersatt ist nach einer Woche, in der sie sich durchgefressen hat, satt und zufrieden. Sie baut sich einen Kokon und wird am Ende des Buches ein wunderschöner Schmetterling. Das haben viele Menschen auf der ganzen Welt in ihren Sprachen gehört oder gelesen. Deshalb trägt das Buch auch zum Glücklichsein bei. Die Raupe überwindet Grenzen. Eric Carle, der Schöpfer der Raupe, hat ihr zum Geburtstag ein Bild gemacht: Die Raupe auf einer Brücke. „Baut Brücken, schließt Freundschaften.“ schreibt er dazu. Allen Trennungs- und Abwertungsversuchen zum Trotz ist das eine wirksame Anleitung zum Glücklichsein.









Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin