Propstei Braunschweig
26.03.19

Zeugnisse jüdischer Kultur

Erstmals erscheint das Magazin „Evangelische Perspektiven“ auf YouTube

Die neue Ausgabe der "Evangelischen Perspektiven" ist jetzt verfügbar.

Braunschweig. Auch 100 Jahre nach der Weimarer Reichsverfassung und 70 Jahre nach Einführung des Grundgesetzes ist das deutsche Staatskirchenrecht ein gutes Instrument, um das Verhältnis von Staat und Religion zu regeln. Diese Auffassung vertritt Professor Dr. Hans Michael Heinig, Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), im Interview mit der neuen Ausgabe der „Evangelischen Perspektiven“, dem Magazin der Landeskirche Braunschweig. Auch die islamischen Verbände könnten die Religionsartikel der Verfassung in Anspruch nehmen, so Heinig. Allerdings müssten sie die rechtlichen Mindeststandards der Verfassung akzeptieren. Daran gebe es Zweifel.

Heinig kritisiert darüber hinaus den Europäischen Gerichtshof. Dieser lasse die Sensibilität für die religiöse Vielfalt in Europa vermissen. Außerdem wolle er autoritativ entscheiden, was für das Ethos einer Religionsgemeinschaft erforderlich ist. So missachte er den freiheitlichen Schutz damit verbundener theologischer Fragen. Gleichzeitig plädiert Heinig für eine Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen. Die Ablösung sei ein Verfassungsauftrag und deren mangelnde Umsetzung seit 100 Jahren ein „verfassungspolitischer Skandal“.

Das Titelthema widmet die neue Ausgabe der „Evangelischen Perspektiven“ dem Israel-Jacobson-Netzwerk. Es hat sich zur Aufgabe gesetzt, Zeugnisse jüdischer Kultur und Geschichte im Braunschweiger Land bewusst zu machen. Erstmals finden sich zusätzliche Hintergründe und Interviews zum Titelthema auf dem Videoportal YouTube. Damit geht das Magazin neue Wege und nutzt die digitalen Möglichkeiten der Online-Kommunikation.

Nicht zuletzt erinnert das Magazin an die erste Synodale der braunschweigischen Landessynode. Elsbeth Grotrian-Steinweg, Ehefrau des bekannten Piano-Herstellers, zog 1924 als erste Frau in das Kirchenparlament ein. Außerdem erklärt ein Beitrag, warum es vor 50 Jahren zur Gründung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR kam.

Die „Evangelischen Perspektiven“ sind wieder kostenlos an alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Landeskirche versandt worden. Das Magazin ist auch als digitale Ausgabe auf dieser Internetpräsenz verfügbar.

Zum YouTube-Kanal der "Evangelischen Perspektiven"

Verfasser: Michael Strauss