Propstei Braunschweig
06.04.19

Pröpstin Uta Hirschler am 06. April 2019 in der nb

Rom

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Aufs Erzählen freue ich mich schon, aber vorläufig ist es noch Zeit für Vorfreude und Planungen zu einer kurzen Städtetour nach Rom vor Ostern. Jahrzehntelang bin ich nicht dort gewesen. Jetzt werden Erinnerungen an eine Klassenfahrt in Jahrgang 11 wach. Damals waren wir im Hochsommer in Rom. Wir testeten uns durch Eisdielen und Pizzaangebote, bestaunten die vielen Brunnen in der Stadt und genossen deren Kühle. Wir besuchten Pantheon, Kolosseum und Forum Romanum, aber auch den Vatikan samt Papstaudienz und sicher viele Kirchen, Museen und Kulturstätten dieser geschichtsträchtigen Stadt. Am schwarzen Strand von Ostia verbrannten wir uns die Fußsohlen und sicher habe ich das allermeiste vergessen. Ich ahne aber: Damals brachten wir zu wenig Interesse für die lange und spannende Geschichte dieser Stadt auf, dafür umso mehr Begeisterung für die Lebendigkeit modernen Lebens. Damals war es eine gute Zeit; heute frage ich mich, was zu sehen und zu erleben nötig ist, um diese Stadt zu verstehen? Wie lebt es sich heute zwischen dem Erbe der verschiedenen Zeiten und Kulturen? Und wie unterscheiden sich meine Sichtweise und Bedürfnisse von denen einer 14-jährigen, die das erste Mal in solch eine große und vielfältige Stadt kommt – ohne Erinnerungen und Erfahrungen?
Rom ist auch die Stadt, in der die Missionsreisen des Apostels Paulus endeten, in die Luther von Wittenberg aus zu Fuß pilgerte und die das Glaubenszentrum unserer römisch-katholischen Glaubensgeschwister genannt wird. Was aber macht eine Stadt aus?

Uta Hirschler, Pröpstin

Zeitansage 6.4.2019

Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler