Propstei Braunschweig
27.04.19

Pröpstin Uta Hirschler am 27.04.2019 in der nb

Sonne und Schatten

Früh morgens höre ich die Vögel zwitschern und die ersten Sonnenstrahlen wärmen beträchtlich. Sie rufen Freude und Dankbarkeit hervor. Beide verschaffen mir gute Laune und lassen mich dankbar sein. Ein neuer Tag.
Dahinein höre ich die Warnung vor einem nächsten Dürresommer. „Wiegt euch nicht in falscher Sicherheit!“ vermittelt sie und ruft mir die biblische Geschichte von den 7 fetten und den 7 mageren Jahren drohend in den Sinn. Und sie lenkt die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel und gibt den jungen Leuten Recht, die mit ihren „Fridays for future“ in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten sind. Sie fordern den Klimawandel ernst zu nehmen und wirksam gegenzusteuern. Ob sich viele Erwachsene dabei an die eigene Jugend erinnert fühlen? In den 1980er Jahren dominierten Slogans wie „Atomkraft – nein danke“ und „Rettet den Wald“.
Längst vergessen hatte ich, dass insbesondere durch die Abschaltung ostdeutscher Kohlekraftwerke seit 1989 der Schadstoffausstoss stark reduziert und dann 2001 die Zeit sogenannter „neuartiger Waldschäden“ für beendet erklärt wurde. Angesichts dessen sind nicht nur eine Reduzierung der erzeugten Treibhausgase, sondern auch Wolken und milder Regen gute Nachrichten.
Der Mensch braucht zum Leben beides, nachhaltig lebenswerte Bedingungen und alltäglich Wärme und Freude. Dann ist „gutes Wetter“ das, mit dem ich zuversichtlich sein und gut umgehen kann. Der Psalmbeter hat das vor Jahrtausenden ausgedrückt: „Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein - , so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“  (Ps.139,11f.)










Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler