Propstei Braunschweig
02.05.19

Neue Studie zu Mitgliedern und Finanzkraft

Institut sieht Kirchen im Jahr 2060 nur noch halb so groß wie 2017

Darstellung der Rückgänge durch Demografie, Austritte und sinkende Taufzahlen. Grafik: EKD

Hannover/Braunschweig (epd). Die Kirchen in Niedersachsen und Bremen müssen sich für die kommenden Jahrzehnte auf deutliche Mitgliederverluste und eine geringere Finanzkraft einstellen. Nach einer langfristig angelegten Studie von Freiburger Forschern wird sich die Mitgliederzahl der hannoverschen Landeskirche bis 2060 von derzeit 2,6 Millionen auf 1,2 Millionen mehr als halbieren. Im selben Zeitraum werde auch die Finanzkraft um über 50 Prozent sinken.

Die Zahl der Mitglieder der Bremischen Evangelischen Kirche werde 2060 zwischen 80.000 und 100.000 liegen. Derzeit hat die Kirche knapp 190.000 Mitgliedern. Auch die Finanzkraft wird etwa um die Hälfte zurückgehen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg rechnet ebenfalls damit, in den nächsten 40 Jahren die Hälfte ihrer derzeit knapp 411.600 Mitglieder und die Hälfte ihrer Finanzkraft zu verlieren.

Nach Berechnungen der Freiburger Studie wird sich auch das Kirchensteueraufkommen der Landeskirche Braunschweig gemessen an der Kaufkraft in etwa halbieren. Die Zahlen entsprächen den eigenen Vorausberechnungen, sagte Kirchensprecher Michael Strauß: "Vor diesem Hintergrund ist die Landeskirche bereits seit vielen Jahren dabei, Reformen zu entwickeln und umzusetzen." Die Landeskirche hatte danach im Jahr 2017 noch gut 334.900 Mitglieder. Die Studie prognostiziert für 2060 eine Mitgliederzahl von rund 154.900.

Für die Landeskirche Schaumburg-Lippe ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier wird die Mitgliederzahl von derzeit rund 51.000 der Studie zufolge bis 2060 auf etwa 26.000 sinken. Auch die Finanzkraft wird sich halbieren. Im katholischen Bistum Hildesheim wird sich die Zahl der Kirchenmitglieder von derzeit rund 600.000 auf etwa 319.000 verringern, die Finanzkraft sinkt ebenfalls um knapp die Hälfte.

Neben der demografischen Entwicklung gibt es nach Angaben der Studie auch kirchenspezifische Gründe für den Mitgliederrückgang: ein Rückgang der Taufen und eine Zunahme der Austritte. Hier gebe es Möglichkeiten, gegenzusteuern und positiv auf die Mitglieder einzuwirken, heißt es.

Die Zahlen beruhen auf einer koordinierten Mitglieder- und Kirchensteuervorausberechnung bis zum Jahr 2060 für die evangelische und katholische Kirche in Deutschland, erstellt vom Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg.

Verfasser: Evangelischer Pressedienst