Propstei Braunschweig
01.06.19

Eine warme Mahlzeit und gute Gespräche

Organisatoren der Vesperkirche bitten 2020 wieder zu Tisch

Ehrenamtliche sichern Unterstützung zu

Sie sind bei der nächsten Vesperkirche wieder dabei: Ute Niemann und Alexander Schofeld.

Berührende Gespräche, interessante Begegnungen: Die erste Braunschweiger Vesperkirche war für alle Beteiligten – für Besucher, ehrenamtliche Helfer und Organisatoren – eine gelungene Veranstaltung. Viele Menschen haben im März täglich den kostenfreien Mittagstisch in der Brüdernkirche besucht, und nach der positiven Resonanz ist klar: Auch im nächsten Jahr werden die Organisatoren der Vesperkirche wieder für zwei Wochen in der Brüdernkirche zu Tisch bitten. Der amtierende Propst Peter Kapp ist zuversichtlich, dass im Haushalt der Propstei erneut Geld für die Vesperkirche bereitgestellt wird. „Der Termin der zweiten Braunschweiger Vesperkirche steht allerdings noch nicht fest“, sagte Kapp. Und auch viele der Ehrenamtlichen, die bei der zweiwöchigen Aktion mit Mittagstisch und Kulturprogramm geholfen haben, wollen wieder dabei sein. Beispielweise Ute Niemann und Alexander Schofeld: Sie wollen die Vesperkirche nach ihrem Einsatz in diesem Jahr auf jeden Fall wieder unterstützen. Alexander Schofeld stand einen Tag an der Essensausgabe und hat Hühnersuppe mit Nudeln verteilt. „Das hat viel Spaß gemacht und innerhalb kurzer Zeit prima funktioniert“, sagt Alexander Schofeld. Ute Niemann gehörte zum Begrüßungsteam und hat die Besucherinnen und Besucher willkommen geheißen: „Schön, dass Sie kommen.“ „Schön, dass Sie da sind“, war eine häufige Antwort. Und sie hat sich zu denen gesetzt, die allein ihre Suppe gelöffelt haben und dabei viele Leute kennengelernt. „Hier gab es tolle Gespräche und ein Paar hat seine ganze Lebensgeschichte erzählt“, sagt die 49-Jährige, „Doch ich glaube auch, dass viele der Besucher sehr, sehr einsam sind und niemanden zum Reden haben.“ Vor allem diejenigen, die allein sind, wollten die Organisatoren der Vesperkirche erreichen und Begegnungen von Menschen ermöglichen, die ansonsten achtlos aneinander vorbeigehen. Für Ute Niemann und Alexander Schofeld ist die Unterstützung der Vesperkirche eine gute Gelegenheit, Berufstätigkeit und ehrenamtliches Engagement zu verbinden. „Uns geht es so gut, wir sind reich beschenkt worden und wollen so etwas an die Gesellschaft zurückgeben“, sagt Ute Niemann. Die beiden haben nicht nur die Begegnungen mit anderen Menschen genossen, sondern auch die kulturellen Veranstaltungen. Denn zum Konzept der Vesperkirche gehörten neben den täglichen Mahlzeiten auch Ausstellungen, Tischreden, geistliche Impulse und Matineen. So haben die beiden Tubaspieler des Posaunenchors der Katharinenkirche an einem weiteren Tag den Auftritt des Posaunenchors Hondelage besucht, diesmal allerdings als Gäste der Vesperkirche. Auch das war möglich.

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe