Propstei Braunschweig
15.06.19

„Die Seelsorge liegt mir am Herzen“

Pfarrerin Maria Schulze folgt in der Landessynode der ehemaligen Pröpstin Uta Hirschler nach

Sie hat immer ein offenes Ohr für Menschen im Krankenhaus: Seelsorgerin Maria Schulze.

Erstmal zuhören. Für Maria Schulze ist das ein wichtiger Grundsatz ihrer Arbeit. Die Pfarrerin ist Krankenhausseelsorgerin und kümmert sich im Städtischen Klinikum gemeinsam mit fünf teils Teilzeit beschäftigten evangelischen und katholischen Kolleginnen um das, was Patienten, deren Angehörige, Pflegekräfte und Ärzte besonders belastet. Diese Erfahrungen bringt sie seit kurzem in die Landessynode der braunschweigischen Landeskirche mit ein: Maria Schulze ist als Nachfolgerin der ehemaligen Pröpstin Uta Hirschler gewählt worden und vertritt die Propstei Braunschweig in dem Kirchenparlament, gemeinsam mit den Pfarrern Henning Böger (St. Magni) und Jens Paret (Hondelage). Vertreten ist sie im Finanzausschuss und im Ausschuss für Ökumene, Mission und Diakonie.
Im Krankenhaus begegnet sie vielen, die sich wünschen, dass jemand für sie da ist. Jemand, der vertraulich und verschwiegen ist, jemand, der zuhören kann. „Manche wollen ihre Angehörigen nicht mit ihren Sorgen und Ängsten belasten“, sagt die 38-jährige. Andere wünschen sich, während der Zeit im Krankenhaus begleitet zu werden. Sie trifft auch Menschen, die sich keiner Konfession, Religion oder Kirche zugehörig fühlen.
Für Maria Schulze ist es ganz wichtig, dass Kirche nah bei den Menschen ist, vor allem an den Schwellen des Lebens, in Grenzsituationen und bei Krisen: „Die Seelsorge liegt mir am Herzen.“ Daher will sie sich auch bei Entscheidungen der Landessynode dafür stark machen, dass in den Gemeinden künftig genug Zeit bleibt für seelsorgerliche Begegnungen.
Wie wichtig das ist, hat sie in der Gemeinde Löbejün in Sachsen-Anhalt erfahren. Hier war sie nach ihrem Studium der evangelischen Theologie und der Kunstgeschichte in Halle/ Saale als junge Pfarrerin oft mit pflegenden Angehörigen, mit Sterbenden und dem Tod konfrontiert. „Ich habe gemerkt, dass es mir gut gelingt, mit den Menschen in Kontakt zu treten“, sagt Maria Schulz. Sie hat eine Seelsorge-Ausbildung absolviert und eine Spezialausbildung für den palliativen Bereich und war nach Tätigkeiten an den Unis in Halle und Braunschweig vier Jahre lang als Pfarrerin der Krankenhausseelsorge am Klinikum Magdeburg. Vor der Wende war die Krankenhaus-Seelsorge dort nicht etabliert. „Doch die Klinikleitung und der Kirchenkreis haben sie sehr gefördert“, sagt Maria Schulze. In dieser Zeit war sie stellvertretende Landessynodale der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Im Kirchenparlament der braunschweigischen Landeskirche arbeitet sie zunächst bis zu der Wahl einer neuen Landessynode im Herbst mit. „Ich freue mich drauf“, sagt die Seelsorgerin, „das ist total spannend.“ Und vielleicht ist sie ja auch nach den Wahlen wieder dabei.


Info
Maria Schulze ist als Seelsorgerin an den Klinik-Standorten Holwedestraße und Salzdahlumer Straße tätig. In der Salzdahlumer Straße hält sie abwechselnd mit Pfarrerin Astrid Berger mittwochs um 17 Uhr im Raum E129 die 20-minütige Andacht „Atempause“.

Verfasser: Rosemarie Garbe