Propstei Braunschweig
22.06.19

Blasmusik lernen mit „trillerndem Spatz“ und kindlicher Freude

Ronald Schrötke ist im Auftrag des evangelischen Posaunenwerkes an der Grundschule Lehndorf tätig

„Rock my soul“ ist Konstantins prompte Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsstück. Und noch bevor die Bläser-AG an der Grundschule Lehndorf angefangen hat, ist seine Posaune ausgepackt und er fängt an zu üben. „Hast Du das gehört?“ fragt er stolz, während die anderen der fünf Kinder nach und nach in den Musikraum kommen. Seit Oktober 2018 gibt es auf Initiative des Posaunenwerkes der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig auch an der Grundschule Lehndorf eine Arbeitsgemeinschaft für Blasinstrumente. Immer mittwochs kommt Ronald Schrötke in die Schule. Er hat eine Projektstelle beim Posaunenwerk, um Kinder an die Musik heranzuführen – und insbesondere an Musik in der Tradition der Posaunenchöre. Im Rahmen ihrer Nachmittagsbetreuung haben so fünf Kinder entschieden, Trompete oder Posaune zu lernen. Dazu gehört, dass die Kinder ein Gefühl für die Töne und die Rhythmik bekommen, den Mundansatz für ihr Instrument üben und wissen, wie mit einem Instrument umzugehen ist und dass sie lernen aufeinander zu hören. Ronald Schrötke ist wichtig, dass es verschiedene Zugangsformen zur Musik gibt. Dementsprechend sucht er immer wieder neue Übungen aus, die den Kindern helfen sollen, sich in der Welt der Musik zu Hause zu fühlen. Dass ihm das Freude macht, wird schnell deutlich: „Ich gehe immer mit einem Grinsen aus dem Raum“, sagt er. Und er erinnert sich an eine Übung, als sie mit den Trompeten den „trillernden Spatz“ geübt haben, also schnell abwechselnde Töne. Als Kontrapunkt sollten die Posaunen einen langen abfallenden Ton blasen. Auf die Frage, wie dieser Ton genannt werden könne, nannte ihn eine der Schülerinnen „kotzender Habicht“. So bleibt eine Übung im Gedächtnis und macht Freude. Das ist wichtig, denn das Üben ist auch anstrengend und nicht nur „cool“, wie vielleicht am Anfang erhofft. Ronald Schrötke ermutigt die Mädchen und Jungen, dass sie außerhalb des Unterrichts eine passende Möglichkeit finden zum Üben. Wie wörtlich die Kinder seine Aufforderung nehmen, hat er auch schon erlebt. Einer der Schüler ging nach dem Unterricht auf den Schulhof und hat gleich dort- für alle hörbar - angefangen zu blasen.
Durch die Anbindung an das Posaunenwerk bekommen die Schülerinnen und Schüler ihre Instrumente geliehen. So können sie in Ruhe ausprobieren, ob ihnen das Instrument liegt und sie können auch an den „Anfängerwochenenden“ in der Nähe von Goslar teilnehmen. Einer der Schüler war in diesem Jahr mit seiner ganzen Familie dabei.
Im nächsten Schuljahr soll die AG weitergeführt werden. Dann ist auch Platz für neue Schüler und Schülerinnen. Die AG ist offen für alle ab der dritten Klasse. Die Viertklässler, die jetzt im Sommer die Grundschule verlassen, haben die Möglichkeit zu den Jungbläsern zu wechseln. Das ist eine Gruppe des Posaunenchores, den die evangelisch-lutherische Wicherngemeinde im Stadtteil anbietet.
Nach neun Monaten nehmen alle Schüler und Schülerinnen aus der AG wichtige Erfahrungen mit: dass gemeinsames Musizieren Spaß machen kann und gut zusammenklingt. Zurzeit üben die kleinen Musiker für ihren Auftritt beim Schulfest. Drei Lieder haben sie auf ihrem Übungszettel stehen. Am 28. Juni sollen sie um 15 Uhr das Fest mit ihren Liedern eröffnen. „Rock my soul“ ist bestimmt dabei.

Info:
Posaunenwerk der ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig - Tel: 05331 72766
Oder bei Ronald Schrötke: ronald.schroetke(at)lk-bs(~dot~)de


Verfasser: Pfarrerin Hanne-Elisabeth Reinhard