Propstei Braunschweig
04.07.19

Von Simbabwe nach Braunschweig

Fotografien sind bis Anfang August in der Magni-Kirche zu sehen

Ausstelllung in der St. Magni Kirche

bis Anfang August

Seit fünfzehn Jahren lebt und arbeitet die gebürtige Braunschweigerin Ruth Verhey im afrikanischen Simbabwe. Aufgewachsen ist die Psychologin im Magniviertel. In diesen Tagen kommt sie zu Besuch in ihre Heimatstadt - und hat eine Ausstellung über ein besonderes Projekt im Gepäck, die bis Anfang August in der Braunschweiger Magni-Kirche (Ölschlägern) zu sehen ist.

„The Friendship Bench“ – Freundschaftsbank – heißt das Programm, das in Simbabwe Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen hilft. Die Friendship Bench entstand 2006 und nahm kurz darauf in einem der Slums von Harare ihre Arbeit auf, da dringend psychologische Unterstützung der Bevölkerung notwendig war. Das Konzept ist einfach, aber erfolgreich: Die Organisation bildet in einem zweiwöchigen Training Gesundheitsmitarbeiterinnen in grundlegenden Strategien der psychologischen Beratung und der verhaltenstherapeutischen Problemlösetechnik aus. Derzeit sind 290 ausgebildete Frauen für die Friendship Bench im Dienst. Als Angestellte der städtischen Gesundheitsbehörden erhalten sie eine Aufwandsentschädigung. Die Gesundheitsarbeiterinnen beraten ihre Klienten auf Holzbänken, Freundschaftsbänke genannt, die auf den Geländen der staatlichen Primärversorgungskliniken in Harare, Chitungwiza und Gweru stehen. Die Beraterinnen helfen mit der Problemlösetherapie, einer evidenz-basierten Technik aus der kognitiven Verhaltenstherapie, ihren Klienten dabei, sich selbst zu helfen. Wichtig war den Gründern des Programms auch, ein grundsätzliches Wissen über psychische Erkrankungen und deren Auswirkungen zu vermitteln, um die weitläufige Stigmatisierung zu verringern. Seit Jahren kümmert sich die Freundschaftsbank so um Menschen, die an Depressionen und Angststörungen erkrankt sind. Der Bedarf ist groß: In dem Land im südlichen Afrika, das in der Fläche etwa so groß ist wie Deutschland, besteht ein erheblicher Mangel an medizinischem Fachpersonal.

Wie es zur Ausstellungsidee in ihrer Heimatstadt gekommen ist, schildert Ruth Verhey so: „Vor einem Jahr hatten wir journalistischen Besuch in Harare aus Süddeutschland und dort sind ganz wunderbare Bilder des Fotografen Rainer Kwiotek und Texte der Journalistin Isabelle Stettin entstanden. Diese bringen die Arbeit auf der Freundschaftsbank in Simbabwe dem Betrachter berührend nahe.“

Ruth Verhey, die zusammen mit ihrer Grundschulfreundin Ulrike Sölter die Ausstellung organisiert hat, freut sich, ihr Projekt in Braunschweig vorzustellen. Die beiden Freundinnen sind darüber hinaus damit beschäftigt, einen Förderverein zur Unterstützung der Freundschaftsbank zu gründen, und hoffen auf reges Interesse in Braunschweig und Umgebung.

Die Ausstellung in der Magni-Kirche ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr zu sehen.

Zur Vernissage mit Wort am Ort und Musik des Saxophonisten Alexander Hartmann am Samstag, 05. Juli, 17 Uhr sind alle interessierten Menschen eingeladen.

Weitere Informationen auf www.magni-kirche.de und www.friendshipbenchzimbabwe.org/media, ferner mutmagazin.de/wp-content/uploads/2018/10/mut-03.pdf.

 

 

Verfasser: Pfarrer Henning Böger