Propstei Braunschweig
20.07.19

Henri nimmt Abschied

Zurzeit gibt es in Henris Leben viele letzte Male. Unser Jüngster nimmt Abschied von seinem Kindergarten: von den vertrauten Orten mit ihren geheimen Ecken (die nur die Kinder wirklich kennen), von Gerado und Lukas, den beiden Gruppenpraktikanten, von den liebgewonnen Musikangeboten seiner Erzieherin Petra.

Nach den Ferien kommt Henri in die Schule. Endlich einerseits, denn der Ranzen steht bereit, die Vorstellungen von der Schultüte sind konkret und die Vorfreude auf den morgendlichen Schulweg mit dem Bruder ist riesengroß. Schade andererseits, denn es wird viel Vertrautes fehlen, wenn die Schulzeit beginnt.

Wer Henri in diesen Tagen begleitet, der merkt, wie intensiv er diese Zeit erlebt: mal fröhlich über das, was er in seinem Kindergarten alles erlebt und gelernt hat. Und dann fließen auch mal Tränen, weil das Loslassen so schwerfällt.

Als Eltern erleben und gestalten wir die vielen kleinen Abschiede unseres Sohnes mit. Wir sind dankbar für das Gute, das er bisher erfahren hat. Und wir wissen, dass Henri den Schritt in die Schule hinein nicht alleine gehen wird. Das tut uns allen gut.

„Vom Anfang bis zum Ende hält Gott seine Hände über mir und über dir;
ja, er hat versprochen, hat nie sein Wort gebrochen: Glaube mir, ich bin
bei dir immer und überall.“

Nach dem Segenskreis im letzten Kindergarten-Gottesdienst singen die Kinder so fröhlich und vielstimmig. Und jeder, der will, spürt und versteht: Das hier ist mehr als nur ein Lied. Hier geht der Blick weit hinaus über den bisherigen Lebenshorizont. Hier singen unsere Kinder mehr, als wir ihnen sagen könnten: dass ihr Leben behütet sein möge; dass da ein Gott ist, der mitgeht und unsere Lebensgeschichten in ihren Abschieden und neuen Anfängen beieinander hält.

Darum, Henri, Kalle, Jonas, Edda und alle anderen, für die nach den Ferienwochen etwas Neues beginnt: Gottes Segen sei mit euch - immer und überall!

 

 

 

Verfasser: Henning Böger, Pfarrer an St. Magni