Propstei Braunschweig
27.07.19

Bewusst einkaufen, Ressourcen schonen

Jakob Meyer und Katharina Burghardt wollen zehn fair handelnde Kirchengemeinden gewinnen

Einsatz für faire und ökologische Themen(von links): Landesjugendpfarrer Lars Dedekind, Katharina Burghardt und Jakob Meyer.

Jakob Meyer und Katharina Burghardt haben sich viel vorgenommen. Die beiden arbeiten seit Mai an dem Projekt „Faire Gemeinde“ und wollen im kommenden Jahr mindestens zehn Kirchengemeinden aus der Propstei Braunschweig gewinnen, die sich verpflichten, künftig fair und nachhaltig zu handeln. Weitere Gemeinden aus dem Bereich der Landeskirche sollen folgen. Um diese Ziele zu erreichen, suchen sie interessierte Personen, die sich in Seminaren informieren und vor Ort für faire und ökologische Ziele stark machen wollen. „Wir wollen eine Art Fachleute ausbilden, die in den Gemeinden Ansprechpartner für diese Themen sind“, sagt Jakob Meyer, der das Projekt drei Jahre lang mit einer Teilzeit-Stelle betreut, finanziert von „Brot für die Welt“ und der Landeskirche Braunschweig. Bis zum Herbst wird der 28-Jährige dabei noch von Katharina Burkhardt unterstützt, die an einem Trainee-Programm der Evangelischen Erwachsenenbildung teilnimmt.

Jakob Meyer hat einen Bachelor im Fach Sozialwissenschaften gemacht und studiert derzeit im Master das Fach „Technologieorientiertes Management“. Als Jugendlicher war er in der Kirchengemeinde St. Pauli- Matthäus aktiv, hat als Teamer gearbeitet und ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.  
Die ersten Seminare bieten die beiden im September an. Damit das Projekt auf möglichst vielen Schultern ruht, sollten aus jeder Gemeinde mindestens fünf Multiplikatoren daran teilnehmen. Während es im ersten Modul vor allem um Informationen über faire und ökologische Themen geht, stehen im zweiten Modul konkrete Schritte und Handlungsoptionen im Mittelpunkt. Dabei kann es sich um die Bewirtung mit fair gehandelten Produkten handeln, um die Auswahl von Blumenschmuck, um den Einsatz von Mehrgeschirr, den Bezug von Ökostrom, das Einsparen von Energie oder Papier oder um Müllvermeidung.
„Die Teilnehmer sollen selbst entwickeln, was zu ihrer Gemeinde passt“, sagt Katharina Burghardt. „So haben sie die Chance, Entscheidungsträger mitzunehmen.“ Gemeinden, die sich verpflichten, mindestens sechs Kriterien zu erfüllen und sich aktiv für Nachhaltigkeit einzusetzen, werden mit dem Titel „Faire Gemeinde“ ausgezeichnet. „Sie können damit eine Vorbildfunktion einnehmen“, betont Jakob Meyer, der auch die Vernetzung von Interessenten fördern will.
In anderen Landeskirchen gibt es bereits faire Gemeinden, berichtet Landesjugendpfarrer Lars Dedekind, und auch in der katholischen Kirche und in den Freikirchen werden diese Themen diskutiert. Dedekind hat den Anstoß zu dem Projekt gegeben: „Im Sinne einer Wahrung der Schöpfung wünsche ich mir, dass wir uns als Kirche unserer Verantwortung noch mehr bewusst werden.“ 

Info
Weitere Informationen über die Faire Gemeinde finden sich unter www.fairegemeinde-lkbs.de
Die kostenfreien Seminare für Multiplikatoren in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung beginnen am 3. und 5. September mit dem ersten Modul, Anmeldungen sind unter jakob.meyer(at)lk-bs(~dot~)de möglich. Am Samstag, 14. 9., findet darüber hinaus ein ganztägiges Seminar statt. Jakob Meyer informiert interessierte Gemeindemitglieder gern auch vor Ort über das Projekt „Faire Gemeinde“.

 

Verfasser: Rosemarie Garbe