Propstei Braunschweig
17.08.19

Als Kirchenmann im Stadtteil unterwegs

Diakon Ulli Böß verabschiedet sich in den Ruhestand/ Einsatz für den Aufbau des Mehrgenerationenhauses Hugo-Luther-Straße

Jeder Stein ein guten Wunsch: Zum Abschied bekam Ulli Böß viele Steine mit Zeichnungen und Glückwünschen für seine Zukunft. Foto: Rosemarie Garbe

15 Jahre war er als Kirchenmann im Westlichen Ringgebiet unterwegs – jetzt hat sich Diakon Ulli Böß in den Ruhestand verabschiedet. Der Diakon war Ansprechpartner, Organisator, Lehrer und Netzwerker und maßgeblich am Aufbau des Quartierszentrums in der Hugo-Luther-Straße beteiligt, das von Kirchengemeinden, Mütterzentrum und Stadtteilbüro gemeinsam genutzt wird. Sein Engagement gilt als Glücksfall für die evangelische Kirche. Und auch Böß blickt voller Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück: „Es war ein Geschenk, dass ich die Chance hatte, etwas Neues aufzubauen, dabei große Möglichkeiten der Mitgestaltung hatte und dass es gelungen ist, ein Arbeitsfeld völlig neu auszurichten.“

Oft war Böß erstaunt, wie positiv sich manche Vorhaben entwickelt haben, etwa Ferienaktionen, Stadtteilfeste, der Seniorenkreis oder die Beratungsarbeit. Sein Fazit: „Wenn man bereit ist, etwas zu geben, kommt oft mehr zurück als das, was man erwartet hatte.“ Dabei war ihm stets wichtig, dass er sich als Kirchenvertreter gegenüber anderen öffnet - ohne sein Gesicht zu verlieren.
Ob Hausfeste oder Stadtteilfeste, Feste für Senioren, der Nikolaustag oder interreligiöse Feste: Die Veranstaltungen im Stadtteil und im Haus in der Hugo-Luther-Straße waren für ihn stets ganz besondere Ereignisse. Gefreut hat er sich auch, dass es gelungen ist, Gottesdienste und Andachten im Quartierszentrum zu feiern. So gab es viele Möglichkeiten der Begegnung - und das war Böß stets wichtig. Auch im Stadtteil war er gern unterwegs, am liebsten mit dem Rad oder zu Fuß, und er hat pro Jahr 100 bis 150 Geburtstagsbesuche gemacht: „Dann lernt man die Leute kennen und weiß, wie sie leben.“ 
Auch künftig wird es in der Hugo-Luther-Straße 60 A einen Diakon oder eine Diakonin für die vernetzende Quartiersarbeit geben, da die Kirchengemeinden eine vorgesehene Stellenkürzung von 50 Prozent aus eigener Kraft auffangen wollen. Besondere Herausforderung: Der Nachfolger wird in einem deutlich größeren Gebiet unterwegs sein. Zu den bisherigen Kirchengemeinden St. Michaelis, St. Martini und Auferstehungskirche kommen für den Träger, den Evangelischen Pfarrverband West, noch St. Jakobi und die Emmausgemeinde aus der Weststadt hinzu – mit vielen weiteren Akteuren und Einrichtungen. „Es wird kein Weiter so geben“, ist sich Ulli Böß angesichts der großen Herausforderungen sicher. „Doch die Menschen werden erkennen, dass auch neue Besen gut kehren.“

Info
Im Quartierszentrum in der Hugo-Luther-Straße 60 A wird am Freitag, 23. August, um 18 Uhr ein Gottesdienst gefeiert, anschließend gibt es einen Imbiss. Die Predigt hält Prädikant Bernd Hoppmann.
 
 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe