Propstei Braunschweig
24.08.19

Am Ende des Lebens wissen, wie es geht

Neues Angebot am Marienstift: „Letzte Hilfe Kurse“ klären auf über Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase

Sie wollen die Versorgung Sterbender verbessern (von links): Cornelia Apitz, Ruth Berger, Lone Dueholm-Jeschke, Dr. Rainer Prönneke.

Am Ende des Lebens ist Zuwendung das Allerwichtigste. Doch wie können Angehörige und Freunde Sterbende, die ihnen nahestehen, liebevoll umsorgen? Um diese und viele weitere Fragen geht es in den „Letzte Hilfe Kursen“, die das neu gegründete „Zentrum Würde“ am Marienstift von Oktober an anbietet. Die Teilnehmer werden in den Kursen befähigt, andere Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
„Im Umgang mit Sterbenden sind die meisten Angehörigen hilflos“, hat die Diakonin und Seelsorgerin Ruth Berger erfahren. „Zentral ist die Ohnmacht, das Erschrecken vor dem Endgültigen“, ergänzt Dr. Rainer Prönneke, Internist und Palliativmediziner im Krankenhaus Marienstift. „Die Verdrängung ist sehr groß, trotz Aufklärung wissen Angehörige oft nicht, was sie machen sollen.“ Manche „klammerten“, säßen ständig am Bett und ließen den Sterbenden keine Ruhe, andere blieben ganz weg. „Vor allem Freunde kommen nicht mehr“, hat Cornelia Apitz, Koordinatorin Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung, festgestellt. Sie hält es - ebenso wie ihre Mitstreiter - auch angesichts der demografischen Entwicklung für dringend erforderlich, dass sich mehr Angehörige mit der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase auseinandersetzen: „Sterben ist normal, dafür braucht man keinen Spezialisten.“
Ziel der vierstündigen Kurse ist es, Sterbende in unserer Gesellschaft besser zu versorgen. „Letzte Hilfe ist Basiswissen für eine sorgende Gesellschaft“, sagt Prönneke. Unter Leitung der zertifizierten Dozentinnen Cornelia Apitz, Ruth Berger und Lone Dueholm-Jeschke, Fachkraft in der Betreuung behinderter Menschen, werden Grundkenntnisse und einfache begleitende Maßnahmen vermittelt.
So geht es um die Frage, wie Vorsorge aussehen könnte, was bei Patientenverfügungen und Vollmachten beachtet werden muss und wie der Einzelne am Ende seines Lebens gepflegt werden möchte. Ein weiteres Thema ist der Umgang mit dem Tod als Teil des Lebens und wie man sich darauf vorbereiten kann. Auch ganz praktische Dinge kommen zur Sprache, etwa die Mundpflege, Essen und Trinken oder Tipps, wie ein Pflegebedürftiger im Bett gedreht werden kann. Inhalt des letzten Teils sind Abschied, Beerdigung und Trauer. Dabei wird Hilfestellung gegeben, wie Trauernde den Weg zurück ins Leben finden können. Erörtert wird auch ein würdevoller und wertschätzender Umgang mit Ärzten und Pflegekräften. 
Die Kurse richten sich an Familienangehörige und Ehrenamtliche, aber auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sozialer Berufe sind willkommen. Ziel ist es, Menschen Mut zu machen, sich einem schwierigen Thema zu nähern.
 
Info
Die „Letzte Hilfe Kurse“ finden an folgenden Terminen statt: Mittwoch, 9. Oktober, von 14 bis 18 Uhr, Samstag, 19. Oktober, von 10 bis 14 Uhr und Montag, 28. Oktober, von 10 bis 14 Uhr. Es wird eine Kursgebühr von 15 Euro erhoben. Anmeldungen: montags bis mittwochs von 10 bis 12 Uhr unter 053/7011-371 oder 7011-409 oder per E-Mail end-lich.leben(at)marienstift-braunschweig.de. Hinter dem „End-lich Leben Zentrum Würde“ stehen Pflegende, Seelsorgende und Ärzte der Unternehmensgruppe der Evangelischen Stiftung Neuerkerode und der Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift.

 

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe