Propstei Braunschweig
12.10.19

Bestmögliche Lebensqualität für Schwerkranke

Das Team der ambulanten palliativen Versorgung kümmert sich um Menschen am Ende des Lebens

Sie setzen sich für eine bestmögliche Versorgung schwerkranker Menschen ein (von links): Dr. Rainer Prönneke, Sebastian Witt, Susanne Baumann und Ulrich Kreutzberg.

In der letzten Phase des Lebens im vertrauten Zuhause im Kreis der Familie bleiben  - das ist für viele schwerkranke Menschen ein sehnlicher Wunsch. Möglich wird das Dank einer spezialisierten ambulanten palliativen Versorgung (SAPV). „Bei einer schweren Krankheit hat jeder bis zum Lebensende das Recht auf eine Palliativversorgung“, betont Dr. Rainer Prönneke, ärztlicher Leiter der SAPV Harz-Heide gGmbH. Damit soll jedem in der letzten Lebensphase die bestmögliche Lebensqualität geboten werden, körperlich, seelisch, sozial und spirituell.
Nach Möglichkeit werden Fachkräfte der Palliativversorgung nicht erst dann zu den Schwerkranken gerufen, wenn es Krisen gibt, etwa wenn diese unter Ängsten und Schmerzen leiden, unter Luftnot oder Blutungen. Vielmehr sollten sie die Kranken und ihre Angehörigen viel früher kennenlernen. Das schafft Vertrauen und stärkt die Angehörigen. „Es wird für jeden eine Art vorausschauender Hilfe-Plan hinterlegt, eine Krisenintervention“, sagt SAPV-Koordinatorin Susanne Baumann. So können die Fachkräfte schnell und umfassend auf Probleme reagieren, sie kennen das häusliche Umfeld, können auch nachts und am Wochenende auf dringend benötigte Medikamente zurückgreifen.
Wenn ärztliche Hilfe erforderlich ist, können sich Betroffene direkt an das SAPV-Team wenden, es muss kein Notarzt gerufen werden. „Das Team ist rund um die Uhr erreichbar, an sieben Tagen in der Woche“, sagt Sebastian Witt, stellvertretender ärztlicher Leiter der SAPV. Der Allgemeinmediziner empfiehlt, möglichst früh den Kontakt zu den Fachkräften zu suchen. Voraussetzung für die umfassende Versorgung und Begleitung von Schwerkranken und deren Angehörigen ist eine Verordnung des Hausarztes. Mit diesem arbeitet das SAPV-Team ebenso eng zusammen wie mit dem Pflegedienst.
Doch dem Team geht es nicht nur um eine rein medizinische Versorgung. Ebenso wichtig ist es, den Kranken mit Herzenswärme und Güte zu begegnen. Wenn Gespräche mit Seelsorgern gewünscht sind, kann das SAPV-Team diese vermitteln, es ist das einzige mit kirchlichem Hintergrund in Braunschweig. Auch die Angehörigen brauchen Entlastung, um die anstrengende Pflege zu bewältigen. Das ermöglichen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizvereins, die sich stundenweise um die Schwerkranken kümmern, so Ulrich Kreutzberg vom Hospizverein.
Dass es in Braunschweig bei der Versorgung Schwerkranker ein so gutes Versorgungsnetz gibt, ist nach Erfahrungen Susanne Baumanns keineswegs selbstverständlich. „Für die Betroffenen ist es ein Glück, dass es hier ein derartiges Bewusstsein für eine Kultur des Sterbens gibt“, sagt die Koordinatorin. Und für Dr. Prönneke, Chefarzt der Palliativstation des Marienstifts, bedeutet die Arbeit des SAPV-Teams eine Solidarität mit den Schwächsten in der Gesellschaft: „Es ist großer Sprung und eine Bereicherung, dass wir am Ende des Lebens so aufgefangen werden.“
Info-Kasten
Die „Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) Harz-Heide gGmbH ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter folgender Telefonnummer zu erreichen 0531-23866-5.
Um die Frage, wie Angehörige Schwerkranke liebevoll versorgen können, geht es in den „Letzte Hilfe-Kursen“, die das „End-lich Leben Zentrum Würde“ am Dienstag, 19. November, bis 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 23. November, von 10 bis 14 Uhr anbietet. Kontakt unter Telefon 0531/ 7011-371 oder 7011-409.
Bildunterschrift
 

 

Verfasser:  Rosemarie Garbe