Propstei Braunschweig
30.11.19

Das Chörchen probt im Wohnzimmer

Die „mixed voices“ bereichern mit modernen Kirchenliedern das musikalische Repertoire an St. Katharinen

Vielstimmiger Auftritt: der Chor „mixed voices“ bei einer Andacht in der Kapelle des Hauptfriedhofs.

Manchmal bedarf eines Zufalls, um ein neues Projekt auf den Weg zu bringen. So wie bei dem kleinen Chor „mixed voices“, der seit 2016 das musikalische Angebot an St. Katharinen bereichert. So wünschten sich Pfarrer Werner Busch und dessen Frau Corinna schon länger einen Chor, der mehrstimmige moderne Kirchenlieder singt und sich nicht wöchentlich trifft. Als sie zufällig zwei junge Paare mit dem gleichen Wunsch trafen, stand dem gemeinsamen Musizieren nichts mehr im Wege. Das Ehepaar Busch öffnete kurzerhand sein Wohnzimmer für die Proben und das Chörchen, wie Pfarrer Busch es augenzwinkernd nennt, war gegründet. „Das war ein Glücksfall“, sagt er. „Und es hat gleich wahnsinnig viel Spaß gemacht“, erinnert sich Dorothea Hausdörfer, die mit ihrem Mann Stefan von Anfang an dabei war.
Mittlerweile hat der Chor Verstärkung bekommen, sechs Frauen und drei Männer gehören dazu, eine richtige Leitung gibt es jedoch nicht. Geprobt wird nach wie vor im Wohnzimmer der Familie Busch, anschließendes Essen und gemeinsame Gespräche inbegriffen. Und wer keine Betreuung für die Kinder hat, bringt den Nachwuchs einfach mit zur Probe. Diese eher unkonventionellen Rahmenbedingungen bedeuten allerdings nicht, dass die Mitglieder des kleinen Chores auf Qualität verzichten. „Wir wollen es gut machen und zügig lernen“, sagt Pfarrer Busch. Alle Stimmen sind vertreten, alle bringen Erfahrungen im Chorsingen mit und jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen.
Da ist beispielsweise Anna-Lena Behrens. Die junge Frau gibt bei einer Andacht aus Anlass des Ewigkeitssonntags in der Kapelle des Hauptfriedhofs den Ton an, sie spielt Klavier und hat bereits einen Chor geleitet. Auch für das gemeinsame Weihnachtssingen in St. Katharinen hat sie einen Vorschlag: das Lied Amnezaliwa, einen Gospelsong aus Tansania, den die Mitglieder innerhalb einiger Wochen einüben. Karen Puttkammer achtet dagegen mehr auf die musikalischen Gestaltungsmittel, auf Tempo und Lautstärke und auf die Aussage des Stückes. Sie war ebenso wie ihre Mitstreiterin Julia Hagemann Mitglied in einem studentischen Chor und schätzt die Möglichkeit, bei den „mixed voices“ die gemeinsamen Proben und das Familienleben ganz unproblematisch unter einen Hut zu bekommen. 
Sechs bis acht Auftritte absolviert der kleine Chor pro Jahr, es fehlt allerdings ein Bass und die Sängerinnen und Sänger könnten ebenfalls etwas Verstärkung gebrauchen, um demnächst auch fünfstimmig zu singen. Und vielleicht sorgt ja wieder der Zufall dafür, dass die „mixed voices“ bald noch besser aufgestellt sind.

Info:
Der Chor „mixed voices“ ist beim Weihnachtssingen aller musikalischen Gruppen von St. Katharinen am Donnerstag, 19. Dezember, dabei. Beginn ist um 18.30 Uhr in St. Katharinen. Der nächste Einsatz im neuen Jahr ist am Sonntag, 1. März, um 10.30 Uhr ebenfalls in St. Katharinen.
Wer sich für den Chor interessiert, kann sich an Pfarrer Busch wenden, werner.busch(at)lk-bs(~dot~)de oder 0531/ 44 66 9.

 

Verfasser: Rosemarie Garbe