Propstei Braunschweig
01.02.20

Aufräumen mit Jesus

Ich räume meine Wohnung auf. Dabei sortiere ich aus. Nun habe ich statt vierzig Fläschchen Nagellack nur noch sieben. Die anderen verschenke ich. Marie Kondo, die Bestsellerautorin und Aufräumexpertin, wäre bestimmt stolz auf mich. Und ich bin es auch.
Ich gehe von Zimmer zu Zimmer und sortiere weiter aus. Ich frage mich: Was brauche ich noch? Und was brauche ich nicht mehr? Brauche ich ein Lexikon über Astrophysik? Brauche ich wirklich sechs Paar Sportschuhe? Und meine beiden Fotoalben?
Minimalismus heißt das Prinzip, nur noch die Gegenstände zu besitzen, die wirklich für das Leben nötig sind. Am Besten sind diese Gegenstände nachhaltig, aus wiederverwertbaren Materialien. Manche Menschen versuchen sich sogar im Berufs- und Arbeitsleben am Minimalismus zu orientieren. Sie arbeiten nur noch so viel wie nötig.
Soweit bin ich aber noch lange nicht. Mir reicht es, mich in der Wohnung zu reduzieren. Zwischen Pullovern, T-Shirts und Hosen muss ich an Jesu Worte denken: „Was sorgt ihr euch um Kleidung? Lernt von den Lilien auf dem Feld. Sie arbeiten nicht. Und doch war selbst König Salomon nicht so schön gekleidet wie sie. Macht euch also keine Sorgen. Gott weiß, was ihr alles braucht.“ (Mt 6,28-32)
Vielleicht brauche ich gar nicht so viel. Vielleicht reicht es zu wissen, dass Gott schon für mich sorgt.

 

Verfasser: Pfarrerin Johanna Klee


Diese Pfarrer/innen schreiben in der Samstag-Ausgabe der Braunschweiger Zeitung das "Wort zum Sonntag"

Pfarrer Jens Paret, St. Johannes Hondelage, Johannesweg 4
Pfarrer Henning Böger, St. Magni, Hinter der Magnikirche 7, 38100 Braunschweig
Pfarrerin Johanna Klee, St. Pauli-Matthäus, Jasperallee 14, 38102 Braunschweig
Pfarrerin Maria Schulze, Klinikum Holwedestraße und Herzzentrum Kinikum Salzdahlumer Straße
Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini, Eiermarkt 3, Braunschweig
Pfarrerin Sabine Wittekopf
Bugenhagenkirche