Propstei Braunschweig
01.05.21

Meine Seele, singe

Mir geht der „Wellerman-Song“ nicht mehr aus dem Ohr. Jedes Mal, wenn ich das Lied im Radio höre, singe ich mit. Eigentlich ist der „Wellerman-Song“ ein Seemannslied, ein Shanty, welches im 19. Jahrhundert in Neuseeland entstand. Darin geht es um die Hoffnung auf einen Wal-fang.


Im vergangenen Winter jedoch coverte der Schotte Nathan Evans das Lied auf der Social Media Plattform „TikTok“. Er lud ein Video davon hoch. Das Video wurde geteilt, es sangen oder musizierten andere mit ihm mit. Schnell wurde es zu einem viralen Wunder. Inmitten der Pandemie entstand durch die gemeinsame Musik eine weltweite Gemeinschaft. Millionen von Menschen schauten sich das Video an. Es landete bei YouTube und letztlich im Radio.


Zusammen singen und musizieren gibt Lebensfreude, dass weiß jede und jeder, der selbst einmal im Chor, im Orchester oder einer Band war. Daher ist es schade, dass so vieles eingeschlafen ist und nicht mehr stattfinden kann.
Auch in den Kirchen gibt es keinen Gemeindegesang mehr, selbst an diesem Sonntag nicht, am Sonntag „Kantate“, an dem eigentlich die Musik besonders Thema gewesen wäre.
Nun, stattdessen drehe ich also das Radio zuhause lauter und singe beim „Wellerman-Song“ mit. Oder ich schaue mir die TikTok-Videos an und freue mich, dass ich auf diese Weise mit anderen Gemeinschaft erleben kann.


„Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön.“ (P. Gerhardt)

 

Verfasser: Pfarrerin Johanna Klee


Diese Pfarrer/innen schreiben in der Samstag-Ausgabe der Braunschweiger Zeitung das "Wort zum Sonntag"

Pfarrer Henning Böger, St. Magni
Propst Lars Dedekind
Pfarrerin Anne-Lisa Hein, Weststadt
Pfarrerin Johanna Klee, Theologisches Zentrum Braunschweig
Pfarrerin Sandra König, Martin Chemnitz
Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini
Pfarrer Jens Paret, St. Johannes Hondelage
Pfarrer Jakob Timmermann, St. Michaelis
Pfarrerin Sabine Wittekopf, Bugenhagenkirche
Foto: Anne Hage