Propstei Braunschweig
14.04.18

Was den Mensch zum Menschen macht

Was macht den Mensch zum Menschen? Eine Antwort auf diese Frage gibt jetzt eine Studie der Universität Boston: Es ist das Vermögen, sich in andere hineinzuversetzen, die Gefühle und Meinungen bei anderen zu erkennen und mit den eigenen zu vergleichen. Diese Fähigkeit, so die amerikanischen Hirnforscher, sei Menschen eigen und entwickle sich etwa ab dem dritten oder vierten Lebensjahr.

Mensch bist du, weil du mit anderen empfinden kannst! Das klingt kinderleicht und ist im Miteinander von Menschen oft so schwer: Da wird sehr viel von sich erzählt. Und es wird, oft eher rücksichtslos, der eigene Vorteil gesucht und betrieben. Jedenfalls kann man diesen Eindruck gewinnen.

Und dann erlebt man wiederum große Selbstlosigkeit: Menschen lassen Eigenes stehen und liegen, um anderen zu helfen. Menschen opfern Zeit und Geld, um andere zu unterstützen. Viele Zeitgenossen kümmern sich um andere in einer Weise, die höchste Bewunderung verdient. Davon erzählt auch der „Gemeinsam-Preis“, der im Mai wieder für außerordentliches ehrenamtliches Engagement an Menschen aus Stadt und Region vergeben wird.

Mensch bist du, weil du mit anderen empfinden kannst! Dieser Gedanke ist auch noch einmal nahe dran an Karwoche und Osterfest, die hinter uns liegen mit ihren Erzählungen von Verrat und Versöhnung, vom Leben, das sich selbst verschenkt, und der Liebe, die den Sieg behält, weil Gottes Sorge weiter reicht.
„Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde!“ Das ist ein starker Jesussatz, nachzulesen im Johannesevangelium.

Was ich an Zeit oder Mitgefühl für andere aufbringe, stärkt mich selbst als Menschen. Nichts ist vergeblich, was ich für andere hingebe: kein Gedanke, keine Stunde, kein geopfertes Geld. Alles kommt auf andere Weise zu mir zurück.

Ich höre das so: Mensch, du verkümmerst, wo du dich nur um dich kümmerst.
Dein Leben blüht auf, wo du empfindsam bist für andere!

Verfasser: Pfarrer Henning Böger, St. Magni


Diese Pfarrer/innen schreiben in der Samstag-Ausgabe der Braunschweiger Zeitung das "Wort zum Sonntag"

Pröpstin Uta Hirschler, Schützenstraße 23, 38100 Braunschweig
Pfarrer Jens Paret, St. Johannes Hondelage, Johannesweg 4
Pfarrer Henning Böger, St. Magni, Hinter der Magnikirche 7, 38100 Braunschweig
Pfarrerin Johanna Klee, St. Pauli-Matthäus, Jasperallee 14, 38102 Braunschweig
Pfarrerin Maria Schulze, Klinikum Holwedestraße und Herzzentrum Kinikum Salzdahlumer Straße
Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini, Eiermarkt 3, Braunschweig