Propstei Braunschweig
30.06.18

Bin dann mal weg – aber doch da…

Liebe Leserin, lieber Leser! Das oben angedeutete „Rätsel“ ist schnell gelöst! Morgen um 10 Uhr nämlich werde ich in meiner Kirche im Lindenberg nach dort fast 40 Jahren aus dem sogenannten „aktiven Dienst“ verabschiedet. Mit dem 1.8. bin ich dann beamtenrechtlich pensioniert. Der nun im Gottesdienst stattfindende Akt heißt seit einigen Jahren offiziell: „Entpflichtung“! Irgendwie kann ich mich mit diesem Begriff aber nicht anfreunden! Warum nicht?
Der alte Berliner Bischof Otto Dibelius hat ja mal gesagt: ein Christ sei immer im Dienst! So sehe ich das eigentlich auch. Ich bin zwar froh, mich nun von manchem kirchlichen Bürokratismus befreit zu sehen. Auch dass ich mir –mit Verlaub- meinen Hintern nicht weiterhin bei unzähligen Sitzungen irgendwelcher Gremien noch platter drücken lassen muss, bei oft genug mageren Ergebnissen!
Noch froher bin ich aber, dass ich von meinen in der Ordination 1979 im Dom verliehenen geistlichen Aufträgen und Vollmachten aufgrund der in der Bibel nachlesbaren göttlichen Weisungen ausdrücklich nicht entbunden werden kann. So darf ich also auch weiterhin in vielfältiger Weise die frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu uns sündigen Menschen auch öffentlich verkünden. Mal sehen, wann sich dazu Gelegenheiten finden…
Und selbst wenn es seltener sein sollte: ich bin mir sicher, keine wie auch immer geartete Langeweile im sogenannten Ruhestand zu haben. Viele vor mir
erfuhren schon, wie schön dieser neue Lebensabschnitt sein kann! Endlich ausreichende Zeit für andere Menschen, denen man sich verbunden fühlt, vielleicht ehrenamtliches Engagement (bei mir: natürlich weiterhin für unsere wunderbaren alten Braunschweiger Kirchen), Hobbies, Reisen… So begreife ich die kommende
Zeit nur als Chance. Da meine liebe Frau noch weiter ihrem Beruf in der „Weinszene“ nachgehen wird, werde ich –ich ahne es schon- natürlich täglich auch ihre Zettel für zu erledigende Dinge im Haushalt abzuarbeiten haben. Warum auch nicht? Das könnte ja den Effekt haben, körperlich fitter zu sein…
So bleibt mir jetzt nun nur noch übrig, vielen von Ihnen nach langen Jahren der Verbundenheit an dieser Stelle in unserer Tageszeitung Gottes Segen zu wünschen! Leben Sie alle wohl und seien Sie bitte immer gewiss: Unser christlicher Glaube ist das tragende Fundament unseres Lebens, auch wenn dieses sich –wann auch immer- einmal seinem Ende zuneigt! Amen.
 

Verfasser: Pastor Wolfgang A. Jünke


Diese Pfarrer/innen schreiben in der Samstag-Ausgabe der Braunschweiger Zeitung das "Wort zum Sonntag"

Pröpstin Uta Hirschler, Schützenstraße 23, 38100 Braunschweig
Pfarrer Jens Paret, St. Johannes Hondelage, Johannesweg 4
Pfarrer Henning Böger, St. Magni, Hinter der Magnikirche 7, 38100 Braunschweig
Pfarrerin Johanna Klee, St. Pauli-Matthäus, Jasperallee 14, 38102 Braunschweig
Pfarrerin Maria Schulze, Klinikum Holwedestraße und Herzzentrum Kinikum Salzdahlumer Straße
Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini, Eiermarkt 3, Braunschweig