Propstei Braunschweig

Kurzcharakteristik

Der ursprüngliche Friedhof von Gliesmarode befand sich westlich der heutigen Bugenhagenkirche an der Berliner Straße. 1921 war dort die letzte Bestattung.

1901 wurde der heutige Friedhof am „Efeuweg 2" (früher „Friedhofweg" genannt) in Benutzung genommen. Eine vom Herzoglich-Braunschweigischen Baurat Pfeifer entworfene Kapelle entstand 1912, sie wurde in den 1970er Jahren erweitert und umgebaut. Eine erste Vergrößerung erfuhr der Friedhof 1927, weitere folgten.

Langcharakteristik

Erscheinungsbild

Am Efeuweg in Gliesmarode liegt der größte kirchlich verwaltete Ortsteilfriedhof von Braunschweig mit 14.438 m². Der Friedhof Gliesmarode ist in vier Abteilungen untergliedert. Das Gelände fällt von Norden nach Süden leicht ab.
Der Friedhof wird im Norden und Westen von einer Weißdorn-Schnitthecke begrenzt. Im Osten wurde eine Hainbuchenhecke im Jahr 2007 neu angelegt. Im Süden bilden ein Zaun sowie ein Gehölzstreifen die Einfriedung zum benachbarten Wohngebiet. Nahezu alle Wege auf dem Friedhof sind mit einer wassergebundenen Deckschicht versehen. Entlang der Wegränder und innerhalb der Grabfelder wachsen zahlreiche Großgehölze. Hauptbaumarten sind Birke, Linde und Ahorn. Der Boden ist zumeist sandig. Der Friedhof Gliesmarode ist Bestandteil eines Landschaftsschutzgebietes.
Zahlreiche Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Zwölf Wasserbecken sind auf dem Friedhof vorhanden. Sie sind gleichmäßig verteilt über das gesamte Gelände aufgestellt, so dass die Strecke von einer Grabstätte zu einer benachbarten Wasserstelle maximal 30 m beträgt. Die Abfallbehälter wurden weitgehend mit den Standorten der Wasserbecken gekoppelt. Das Abfallsystem wird durch einen zentralen Abfallplatz zwischen den Abteilungen 1, 3 und 4 ergänzt.

Grabfelder

Die Grabreihen in Abteilung 1 an der Friedhofskapelle verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Die Grabmale zeigen somit in östliche Richtung. Die älteste derzeit noch vorhandene Grabstätte stammt aus dem Jahr 1907. An der Friedhofskapelle befinden sich acht Gräber von Opfern von Krieg- und Gewaltherrschaft aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Die Abteilung 2 wird seit 1957 belegt. Die Ausrichtung der Grabreihen ist uneinheitlich, mal in Nord-Süd-Richtung, mal in Ost-West-Richtung. Ein Kranz aus Grabstätten entlang des Haupterschließungsweges umgibt die Abteilung 2 im Süden, Westen und Norden. Die durch Zwischenwege gebildeten Grabfelder im Inneren der Abteilung werden ebenfalls von Grabstätten eingefasst. Die Reihen folgen teilweise einer Kopf-an-Kopf-Belegung.

In Abteilung 3 befinden sich Urnenwahlgrabstätten, die um eine das Erscheinungsbild prägende Blutbuche angeordnet sind. In der Kronentraufe der Buche wurden die Urnengrab-stätten in Reihen mit Ausrichtung nach Süden angeordnet. Eine kleine Stützmauer mit davor gepflanzten Eiben bildet den nördlichen Abschluss zum Haupterschließungsweg. Die älteste Belegung stammt aus dem Jahr 1962.

Die Belegung mit Erdbestattungen wurde in Abteilung 4 im Jahr 1975 begonnen. Um eine zentrale Rasenfläche führt ein Rundweg, an dessen beiden Wegrändern Erdwahlgrabstätten angeordnet sind. Von der zentralen Rasenfläche werden diese Erdwahlgrabstätten durch eine Schnitthecke aus Koniferen und Spiersträuchern abgegrenzt.
Der westliche Teil der Rasenfläche wird seit 1984 zur Beisetzung von Urnen in pflegefreien Grabstätten genutzt. Seit 2008 sind pflegefreie Urnenwahlgrabstätten für zwei Urnen für eine Namensplatte verfügbar. Der angrenzende Urnenhain wurde aus diesem Grund 2011 geschlossen.
Der östliche Teil der Rasenfläche wird seit Frühjahr 1984 mit Urnenwahlgrabstätten belegt, welche durch die Hinterbliebenen zu pflegen sind. Zwischen den durch Plattenwege erschlossenen Urnengrabstätten-Reihen sind Hecken aus Spiersträuchern gepflanzt.

Grabarten

Für die Bestattung eines Verstorbenen stehen, je nach Bestattungsart (Erdbestattung oder Urnenbeisetzung) verschiedene Grabarten zur Verfügung. Auf dem Friedhof Gliesmarode werden aktuell folgende Grabarten angeboten:

Erdwahlgrabstätten
Erdwahlgrabstätten können auf dem Friedhof Gliesmarode in den Abteilungen 1 und 2 erworben werden.

Urnenwahlgrabstätten
Urnenwahlgrabstätten sind auf dem Friedhof Gliesmarode in den Abteilungen 3 und 4 verfügbar.

Urnengrabstätten für Namensplatte (für 2 Urnen)
Sie sind auf dem Friedhof Gliesmarode in Abteilung 4 vorhanden.

Kapellenausstattung

Die Friedhofskapelle verfügt über etwa 80 Sitzplätze. Auf den 14 Bänken vor dem Rednerpult finden jeweils 4 Personen Platz. Im Seitenflügel stehen 25 Stühle zur Verfügung.

Zur musikalischen Begleitung der Trauergottesdienste steht eine Orgel zur Verfügung.

Bereiche mit allgemeinen Gestaltungsvorgaben für Grabmale

Für die Erdwahlgrabstätten in Abteilung 2 und die Urnenwahlgrabstätten in Abt. 4 (östliche Teilfläche) gelten lediglich allgemeine Gestaltungsvorgaben.
Für alle übrigen Abteilungen und Bereiche gelten besondere Gestaltungsvorgaben.