Propstei Braunschweig
20.06.20

Start mit Hindernissen

Lars Förstermann-Gössel ist neuer Leiter im Diakonietreff Madamenhof

Freut sich auf den normalen Alltag im Diakonietreff Madamenhof: der neue Leiter Lars Förstermann-Gössel

Der Diakonietreff Madamenhof hat einen neuen Leiter. Nach Katrin Schünemann und Jaqueline Engel steht mit Lars Förstermann-Gössel erstmals ein Mann an der Spitze der Einrichtung im westlichen Ringgebiet in Braunschweig. Für den Sozialarbeiter war es ein Start mit Hindernissen. Nur wenige Wochen nach seinem Beginn musste der Diakonietreff wegen der Corona-Krise zwei Wochen lang komplett geschlossen werden und auch zurzeit sind längst nicht alle Angebote möglich. Doch es gibt mittags wieder eine warme Mahlzeit, mit Anmeldungen zu festen Zeiten, genauer Erfassung der Namen und begrenzten Plätzen. „Wir haben ein strenges Hygienekonzept“, sagt Förstermann-Gössel. „Wer sich nicht anmeldet, kann sein Essen nur am Fenster abholen und mit nach Hause nehmen.“
Auch die Malgruppe könnte bald wieder starten, auf einer kleinen Freifläche an der frischen Luft, geschützt durch einen Pavillon. Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller anderen Gruppen müssen sich wohl noch länger in Geduld üben, etwa die des Singkreises, der Computer- oder der Trommelgruppe.
Dabei hatte sich der neue Leiter so viel vorgenommen. Gern würde er die Räume, die der Diakonietreff seit 2006 nutzt, stärker für die Bewohner des Stadtteils öffnen, vor allem in der Zeit vom Nachmittag bis 20 Uhr. „Räume wie diese müssen genutzt werden“, betont Förstermann-Gössel. „Ich stelle mir eine Öffnung im Sinne von Vielfalt vor, aber keinen offenen Abendtreff.“ Er würde sich weitere Gruppen wünschen, etwa moderierte Gesprächsrunden zu religiösen Fragen oder zu ganz lebenspraktischen Themen, beispielsweise zur Maskenpflicht bei Corona. Auch ein Spielkreis wäre denkbar.
Wichtig ist dem 48-Jährigen jedoch vor allem, dass sich alle Besucher im Diakonietreff willkommen fühlen – so wie sie sind. Er möchte jeden einzelnen wahrnehmen, würdigen und auch die sozialen Probleme sehen. „Ich will die Gäste kennenlernen und ins Gespräch kommen.“ Gleichzeitig muss er dafür sorgen, dass sich alle Besucher behütet und sicher fühlen. Denn nicht immer läuft das Zusammentreffen von so vielen Menschen ohne Konflikte und Reibereien. „Die größte Herausforderung ist, alle Arbeitsfelder unfallfrei durch den Tag zu bringen, so dass jeder zufrieden ist“, sagt der Sozialarbeiter.
Für ihn ist das allerdings nicht die einzige berufliche Herausforderung: Neben der Leitung des Diakonietreffs ist Förstermann-Gössel einige Stunden wöchentlich auch für die Bahnhofsmission zuständig. Koordination und Organisation gehören hier zu seinen Aufgaben, bevor sich der zweifache Familienvater wieder auf seinen Heimweg in den Landkreis Goslar macht.

Info
Im Diakonietreff Madamenhof, Madamenweg 156, können Gäste derzeit nur in zeitlich festgelegten Gruppen zu Mittag essen, dafür ist eine Anmeldung unter Telefon 0531-8011576 erforderlich. Dienstags wird in der Zeit zwischen 10 und 11.30 Uhr wieder ein Frühstück angeboten.  

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe