Propstei Braunschweig

Pfarrerin Gabriele Geyer-Knüppel für Kirchenpädagogik

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Ziel meiner kirchenpädagogischen Arbeit ist es, zu Begegnungen mit Braunschweigs mittelalterlichen Kirchen einzuladen, gemeinsam auf Spurensuche zu gehen und mit Herz, Kopf und Hand zu erkunden. Sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen sind mir bei meiner kirchenpädagoischen Arbeit ein wichtiges Gegenüber, mit dem es sich zu vernetzen gilt: Als Gemeindepfarrerin weiß ich, wie gerne Schulklassen mit bestimmten Fragesstellungen bzw. Neugier an Kirche entdecken stundenweise, aber auch zu Projekttagen oder Projektwochen in die Kirche kommen. Schauen und Hören, Stille spüren, aber auch kreatives Gestalten mit unterschiedlichen Materialien machen einen kirchenpädagoischen Projekttag aus.

Ständige Angebote der Kirchenpädagogik

1. "Kirche erkunden mit allen Sinnen" - ein Vormittag in St. Andreas, St. Martini, St. Michaelis
Dauer: ca. 3 Stunden mit Frühstück -   für Klassen 1-4
Zeit: Montag und Mittwoch - 9-13 Uhr und nach terminlicher Vorabsprache

2. "Anna, Maria und Co..." Heiliglegenden auf der Spur
Dauer: 2-3 Stunden
Ort: in und um St. Martini (Erweiterbar auf andere Innenstadtkirchen)


3. Auch Projekttage oder - Wochen zu Festzeiten im Kirchenjahr, Kirchbau und Stadtgeschichte, Kirchenfenster etc. sind denkbar.
Hier ist eine längerfristige Planung und gemeinsame Vorbereitung wünschenswert.

4. Sollten Sie eine Kirche vor Ort zur Erkundung bevorzugen (Dorfkirche, Kloster, moderne Kirche) berate und begleite ich bei Bedarf.

„Da berühren sich Himmel und Erde…“ - Zehn Jahre Kirchenpädagogik in Braunschweig

Pfarrerin Gabriele Geyer-Knüppel für Kirchenpädagogik

Warum findet sich eine Teufelsfratze im Chorgestühl einer Kirche? Das ist eine der Fragen, die sie damals neugierig gemacht hat. Pfarrerin Gabriele Geyer-Knüppel ist seit zehn Jahren Kirchenpädagogin in Braunschweig. Inzwischen hat sie viel gelesen, zahlreiche Führungen ausgearbeitet und hat auch Antworten gefunden auf die Fragen, die sie damals bewegt haben: Die, die damals solche Gesichter schufen, die lebten mit der Realität des Bösen in der Welt. Das hatte einen festen Ort. Und da, an sozusagen heiliger Stelle, da wurde es gebannt. Festgemacht. Sichtbar für alle. Solche Darstellungen wollten aber auch noch mehr, sagt sie: Vor Überheblichkeit warnen und an die Zweifel erinnern, die das eigene Leben begleiten. Und das haben sie damals in fassbare Formen gebracht. Kirchenpädagogik, das merke ich gleich, ist offenbar eine spannende Entdeckungsreise durch Räume, die sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen. Es ist wie das Lernen einer fremden Sprache. Man muss Vokabeln lernen, die Grammatik, die Besonderheiten. Mit Kirchenräumen, sagt Geyer-Knüppel, ist das ähnlich. Aber wenn man sich einliest, dann wird es spannend, dann erschließen sich bisher verborgene Reichtümer.
Der Bereich Kirchenpädagogik ist erst knapp 30 Jahre alt. Die Zahl derjenigen, die noch nie eine Kirche von innen gesehen hatten, stieg. Darauf wollte man reagieren, um die Schätze, die es dort zu entdecken gilt, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Kirche erkunden mit „Kopf, Herz und Hand“, das war das Motto. „Kirche zum Anfassen“ sollte es geben, bei bereits vorhandenen museumspädagogischen Ansätzen konnte man lernen. Denn Kirchengebäude sind, so sagt Geyer-Knüppel, die auch Pfarrerin an St. Petri ist, sind „gebaute Glaubensgeschichten“. Was sie uns bis heute erzählen wollen, das gilt es anschaulich „zu lesen“ und zu vermitteln.
Was macht sie da? Zum Beispiel mit Kindern eine Kirche erkunden. Wasserspeier entdecken, einen Taufstein berühren, mit Kindern einer fünften Klasse mal ein Gewölbe nachstellen. Die alten Darstellungen von Heiligen erkunden: „Krone, Helm und Pilgerhut“ – das war die Überschrift dieser Erkundung. Und das geschieht oft in den Schulferien, um besondere Erlebnisangebote für Kinder zu bieten. „Rosette, Kreuz und Labyrinth“ – so hieß ein Ferienprojekt in St. Magni. „Wunderwelt der Wasserspeier“, das war die Überschrift in St. Andreas. Oder auch: „Da berühren sich Himmel und Erde…“ man ahnt bereits an den Titeln, dass das spannend werden kann.
Im Jahr 2008 folgte eine Ausbildung von Kindern zu Kirchenführern. „Kinder führen Kinder“ – so das Projekt, das auf Anregung des Braunschweiger Doms zustande kam. Sie hat viel zu erzählen aus diesen letzten Jahren. Was ihr besonders Spaß macht? „Die unmittelbare Kontaktaufnahme mit deinem Kirchenraum. Etwas einfach mal auf sich wirken lassen. Oder auch: einen Lieblingsplatz in einer Kirche für sich zu entdecken.“ Und immer wieder hat sie erlebt, wie Menschen sich berühren lassen durch diese alten Kirchenräume. „Das zu erleben,“ sagt sie, „das ist ein Geschenk!“ dass ihr Erleben auch in die „normale“ Gottesdienstgestaltung einfließt, kann man sich vorstellen.  Für die Zukunft hofft sie, dass dieser wichtige Bereich an „Übersetzungsarbeit“ erhalten bleiben kann. Und: „Ich selbst habe viel gelernt. Man wird einfacher, man findet eine neue Sprache.“
Fakten:
Gabriele Geyer-Knüppel, Pfarrerin für Kirchenpädagogik
Telefon: 0531.12167652  Mail: gabriele(~dot~)geyer-knueppel(at)lk-bs.