Propstei Braunschweig

Propst Lars Dedekind Propstei Braunschweig Tel. 0531/471824 eMail: Lars.Dedekind@lk-bs.de

Propstei Braunschweig
Schützenstraße 23
38100 Braunschweig
Tel. 0531/471824
eMail: Lars.Dedekind@lk-bs.de

Am 14. November 2019 wurde der Landesjugendpfarrer
Lars Dedekind von der Propsteisynode für zwölf Jahre als Propst gewählt

 

Propsteinführung

In einem festlichen Gottesdienst wird in der St.-Martini-Kirche am 8. März 2020 um 15 Uhr der neue Propst der ev.-luth. Propstei Braunschweig, Lars Dedekind,
durch Herrn Landesbischof Dr. Christoph Meyns in sein Amt eingeführt.
Dienstbeginn 01. Februar 2020.

Lars Dedekind wurde am 14. November 2019 für zwölf Jahre als neuer Propst der ev.-luth. Propstei Braunschweig von der Propsteisynode gewählt.

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

während ich diese Zeilen schreibe, um mich als neuen Propst der Ev.-luth. Propstei Braunschweig vorzustellen, frage ich mich nicht so sehr, was ich denn jetzt alles über mich schreiben könnte. Was mich vielmehr interessiert sind Sie!
Wie geht es Ihnen? Was trägt Sie durch Ihren Alltag? Was erfreut Sie? Was bedrückt Sie? Wo begegnet Ihnen Kirche in Ihrem Leben? Was erwarten, was erhoffen Sie sich von Kirche in dieser Stadt? Wo sind Sie von uns als Kirche enttäuscht worden? Wo in ihrem Leben war Ihnen der Kontakt, die Beziehung mit haupt- oder ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern von Kirche wichtig? Was ist für Sie überhaupt die Kirche? Eher ein Ort, den Sie manchmal aufsuchen, vielleicht für ein stilles Gebet, vielleicht um einen Gottesdienst zu besuchen, - oder ist Kirche für Sie eher die Gemeinschaft, das Verbindende mit anderen Menschen, das gemeinsame Unterwegs-sein, das Füreinander-Einstehen? Wie muss Kirche sein, damit es Ihre Kirche ist? Damit Sie dort das finden, was Sie für Ihr Leben brauchen? Damit Sie den Zuspruch aus Gottes Wort hören können, zu dessen Weitergabe alle Christinnen und Christen berufen sind!
Ich weiß, das sind viele Fragen, die ich habe. Und es sind Fragen, die ich mir auch immer wieder selbst stelle. Viele meiner Antworten auf diese Fragen sind nicht konstant geblieben, sondern haben sich im Laufe meines Lebens immer wieder verändert, manche aber sind die Gleichen geblieben und haben sich im Laufe der Jahre und durch viele kleine und große Erlebnisse und Erfahrungen sogar noch verstärkt. Ein biblisches Wort, das mich in meinem Leben immer wieder begleitet hat und das mich durchträgt, ist die Gewissheit, dass mich nichts scheiden kann von der Liebe Gottes (vgl. Röm 8, 31-39). Egal wie verworren eine Situation ist, egal wie sehr ich mit mir oder anderen hadere, ja sogar, wenn ich richtig was verbockt, anderen weh getan, Schuld auf mich geladen habe oder einfach nur blind durchs Leben laufe und die Kollateralschäden, die ich verursache nicht mal wahrnehme, - Gott liebt mich trotzdem! Gott wird nicht immer lieben, was ich sage, was ich tue oder unterlasse, aber Gott liebt mich als der, der ich für ihn bin. Ich bin und bleibe Gottes geliebtes Kind! Daraus schöpfe ich meine Kraft, meine Zuversicht, meine Hoffnung für meinen Lebensalltag und auch für die Aufgaben meines neuen Amts als Propst.
Apropos „Propst“. Das ist ja auch so ein kirchliches Wort, das heute niemand mehr versteht. Was also heißt das eigentlich? - Propst kommt vom lateinischen „propostus“ und bedeutet übersetzt: „Vorsteher“. Heute kennen wir eher den Begriff des Vorsitzes für jemanden, der für eine Organisation, einen Verein eine besondere Verantwortung übernimmt, zu Mitgliederversammlungen einlädt, die Tagesordnung erstellt, die Sitzungen moderiert und die laufenden Geschäfte verantwortet. So ähnlich ist es also auch mit dem Vorsteher, nur dass dieser eben nicht sitzt, sondern steht und vielleicht sich sogar bewegt. In meiner Wahrnehmung leben wir in bewegten Zeiten. Da ist es gut, dass schon die Titulierung der Aufgabe mich dazu auffordert, einen Standpunkt einzunehmen, Orientierung zu bieten und doch nicht starr an einem Ort zu sitzen, sondern beweglich zu bleiben. Ich möchte mich als Propst zusammen mit Ihnen aufmachen, um Kirche in unserer Stadt zu gestalten und zu leben.
Das passt auch zu meiner Biografie, denn aufgebrochen bin ich immer wieder. Ich habe in unterschiedlichen Ländern und Kulturen gelebt. Ich habe gelernt, wie andere Menschen leben und mich durch ihr Anderssein bereichern lassen. Und ich habe gelernt, wie sehr wir Menschen uns alle doch auch ähnlich sind, wie sehr wir einander brauchen und auch Gottes Liebe. Erst im Gegenüber finden wir uns selbst. Auch das so eine Kernerfahrung meines Lebens, die ich besonders tief und voll Dankbarkeit täglich neu durch meine Frau und meine drei Kinder erleben darf.
Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen. Ich freue mich auf neue Begegnungen und neue Impulse, auf Gestalten, Bewahren und Neues wagen, - und ich freue mich darauf, in all diesem mit Ihnen gemeinsam auf dem Weg zu sein.
Möge Gottes Segen uns begleiten in 2020 und in jedem Jahr!
Ihr
Lars Dedekind
Propst