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09.09.2026

Menschen brauchen Beherztheit

Landesbischöfin Bammel eröffnet Niedersächsischen Landtag in Hannover

Pressestelle

Braunschweig (epd). Landesbischöfin Christina-Maria Bammel hat vor einer Spaltung der Gesellschaft und einer Schwächung demokratischer Institutionen gewarnt. „Ausgefahrene Ellbogen und dicke Egos helfen nicht auf einem Boot im Sturm“, sagte Bammel am 9. September in einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der neuen Plenarsitzung des niedersächsischen Landtags. „Eine gemeinsame Richtung gehört dazu, auch mal Streit um die Sache, aber ohne Gift.“

Gegenseitige Schuldzuweisungen in schwierigen Lagen seien riskant, mahnte die Theologin in der hannoverschen Marktkirche. Wenn das Zutrauen in die eigene Kraft schwinde, dürften personelle Debatten nicht den gemeinsamen Halt lockern. „Keine einzige Demokratie ist eine beschauliche Schaukeltour auf ruhiger See.“

Gerade bei Wahlvorbereitungen sowie dem Ringen um Standorte und Berufsperspektiven für alle Menschen einschließlich Schutzsuchender brauche es Besonnenheit statt Hysterie. „Die Hand voll Ruhe heißt: nicht hysterisch die Fäuste zu ballen“, sagte die Landesbischöfin. Tragende Grundlagen wie Freiheitlichkeit, Barmherzigkeit und Wahrhaftigkeit dürften nicht vorschnell als Ideale von gestern abgetan werden.

Bammel appellierte direkt an Abgeordnete und Regierungsmitglieder nicht nur füreinander, sondern weit über sich hinaus für die Gesellschaft zu handeln. „Denn diese Menschen brauchen euer aller Beherztheit“, betonte sie. Es komme im politischen Handeln darauf an, nicht vor Krisen und Erschrecken zu erstarren.

Anacht im Wortlaut

Landesbischöfin Bammel.
Landesbischöfin Bammel.
Foto: Jens Schulze