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13.11.2025 Kategorie: Propstei

Förderverein soll Arbeit der TS unterstützen

Privatpersonen, Organisationen und Firmen sind gefragt: Appell an die Zivilgesellschaft

Die Telefonseelsorge ist ein wichtiges und kostenloses Gesprächsangebot für Menschen in Krisensituationen. Jetzt wurde ein Förderverein gegründet, der dazu beitragen soll, dass das hohe Niveau des ehrenamtlichen Engagements künftig aufrechterhalten werden kann. „Ziel des Vereins ist die ideelle und finanzielle Unterstützung der Arbeit der Telefonseelsorge“, sagte Professorin Dr. Sabine Brombach, erste Vorsitzende des Fördervereins. So ist an eine Begleitung und Fortbildung von Ehrenamtlichen gedacht, außerdem sind gezielte Spendenaktionen geplant.

Jährliche Mitgliedsbeiträge von Firmen, Organisationen und Privatpersonen sollen eine verlässliche finanzielle Basis des Vereins schaffen. „Das ist auch ein Appell an die Zivilgesellschaft“, betont Thomas Hellemann, Schatzmeister des Fördervereins. Schließlich sind die Ehrenamtlichen für alle da und auch nachts und am Wochenende erreichbar.

Bisher wurde die Telefonseelsorge Braunschweig vor allem von der Braunschweigischen Landeskirche und der evangelischen Propstei Braunschweig finanziert. „Diese wollen sich nicht zurückziehen“, versichert Pfarrerin Dagmar Reumke, die für die fast 100 ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger der Telefonseelsorge zuständig ist. Allerdings erfordern die rückläufige Zahl von Mitgliedern und das geringere Aufkommen von Kirchensteuern ein Umdenken.

Denn auch ein ehrenamtlichee Einsatz kostet Geld. Wer sich in der Telefonseelsorge engagieren will, muss zunächst eine anderthalbjährige qualifizierte Ausbildung absolvieren. Danach stehen Fortbildungen und teure Supervisionen an, ohne die der oft belastende Dienst am Telefon nicht zu leisten wäre. Schließlich sind alle Mitarbeiter zur Verschwiegenheit verpflichtet. „Und wir müssen diejenigen, die dabei sind, motivieren weiterzumachen“, sagt Thomas Hellemann.

Eine Wertschätzung der Ehrenamtlichen kann beispielsweise sein, dass sich der Förderverein an Fahrtkosten für einen Kongress beteiligt, bei dem es um den Einfluss von sozialen Medien auf die Telefonseelsorge geht. Aber auch die Themen Seelsorge per Chat und Mail sind eine Herausforderung, die ohne Fortbildung nicht zu leisten sind.

Dass der Bedarf an Gesprächen groß ist, zeigt die Zahl der Anrufe: Allein in diesem Jahr haben sich bis Anfang November 11.000 Menschen aus der Stadt und der Region Braunschweig an die Telefonseelsorge gewandt, dazu kamen Kontakte per Mail und Chat. Thema Nummer eins: Einsamkeit. Diese belastet fast jede fünfte Person, die anruft, so Dagmar Reumke. Weitere wichtige Themen sind körperliche Erkrankungen, familiäre Beziehungen und Suizid. 

Wer sich für den Förderverein oder eine Ausbildung bei der Telefonseelsorge interessiert, kann sich wenden an Telefon 0531/273660 oder braunschweig@telefonseelsorge.de

Engagement für den Förderverein der Telefonseelsorger (von links): Dagmar Reumke, Thomas Hellemann und Dr. Sabine Brombach