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29.01.2026 Kategorie: Propstei

Schauen, mitmachen, nachdenken

Ausstellung in der Johanneskirche in Hondelage: 1000 kleine Hände erzählen vom Leben

Eine besondere Ausstellung ist in der evangelischen St. Johanneskirche in Hondelage zu sehen. Im Mittelpunkt: rund 1000 kleine Hände, die vom Leben erzählen sollen. Die meisten sind aus farbiger Wolle gehäkelt, sie finden sich auf Kissen und Taschen, auf Bausteinen, einem Mobile, einer großen Wandtafel. Und sie alle sollen Botschaften vermitteln. Da gibt es Ruhekissen für unruhige Zeiten, eine Girlande als Zeichen der Willkommenskultur oder eine große Tafel mit dem Schriftzug „Wir“ und den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes als gestickter Banner darunter.  

„Wir“ – so heißt auch die Ausstellung und es ist ein Thema, das Hondelages Pfarrer Jens Paret sehr wichtig findet: „Wir brauchen mehr ,Wir‘ in unserer Gesellschaft, damit diese eine gute Zukunft hat.“ Er begrüßt das Engagement von Sigrid Weichelt und findet es „cool“, wenn Mitglieder der Gemeinde ihre Begabungen, Interessen und Fähigkeiten einbringen und dabei die Kirche als Partner wählen. Besonders schön: Bei diesem Projekt werden alle Generationen angesprochen.

„Die Ausstellung soll Gedankenanstöße liefern und zum Nachdenken anregen“, sagt Initiatorin Sigrid Weichelt. „Die Leute sollen motiviert werden, etwas zu machen.“ Und sie sollen sich darüber im Klaren werden, wie Menschen miteinander umgehen sollten. Wer mag, kann beim Besuch der Ausstellung gleich selbst aktiv werden. Zum Beispiel beim Arrangieren von farbigen Bausteinen mit Wörtern, die immer wieder neu zusammengesetzt werden können und dann einen anderen Sinn ergeben. Das kann auch für Kindergartengruppen interessant sein, ist die ehemalige Erzieherin überzeugt.

Sie hat die ausgestellten Dinge allerdings nicht allein kreiert hat. Freundinnen, Bekannte und Verwandte haben mitgeholfen, zur Häkelnadel gegriffen und nach Anleitung kleine Hände gehäkelt, oft aus Wollresten. Über eine WhatsApp-Gruppe kamen weitere Unterstützerinnen dazu. Viele sind auch bei der Ausstellung von Donnerstag, 12. Februar, bis Sonntag, 1. März dabei, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Für Sigrid Weichelt ist das das größte Geschenk: „Ich habe Leute motiviert etwas zu machen und das hat immer größere Kreise gezogen.“ 

Pfarrer Jens Paret hofft, dass es in Hondelage auch nach den anstehenden Strukturveränderungen innerhalb der Landeskirche und der geplanten Schaffung größerer Gemeinden derartige Aktivitäten gibt: „Wir sind mit 140 Ehrenamtlichen breit aufgestellt, sodass hier kirchliches Leben Zukunft haben könnte, auch wenn es den Pfarrer vor Ort mal nicht mehr gibt.“

Foto: Rosemarie Garbe