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30.04.2026 Kategorie: Propstei, Wort zum Sonntag

Wort zum Sonntag, 02.05.2026

Erst die Arbeit – dann das Vergnügen!

Erst die Arbeit – dann das Vergnügen!

Diesen Satz kennt wohl jeder und jede von uns.

Ich frage mich, wer hat das so tief eingepflanzt, dass ich immer meine, erst müsste alles fertig sein, bevor ich mich dann den schönen Dingen widmen kann? Und mal ehrlich; es ist ja nie alles getan! Gerade jetzt, wo der Frühling erwacht, möchte ich einfach im Garten sitzen. Und dann schaue ich auf den Rasen und die Blumenbeete und schon meldet sich meine innere Stimme: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.Jedoch die Arbeit im Garten kann ja wirklich auch ein Vergnügen sein.

Ein guter Ausgleich zu den täglichen Anforderungen. Etwas tun und trotzdem bei sich selber sein. Wenn ich das mache, kann ich dabei oft sehr viel nachdenken. Das Nachdenken führt mich manchmal auch in das Gespräch mit Gott. Da gibt es Dinge, die ich einfach nicht verstehen kann und die mir Sorgen machen. Vieles fällt mir dann ein, was mich bedrückt. Oder ich denke an Menschen, die mir am Herzen liegen, denen ich in Gedanken einfach mal was Gutes schicken möchte und für die ich dann bete. Wenn ich all dem Raum gegeben habe, ist auch Platz, das wahrzunehmen, für das ich unendlich dankbar sein kann. Das tut gut!

Und ich begreife mal wieder, dass Denken und Danken ganz dicht beieinander sind.

Statt des genannten Sprichwortes möchte ich mich an einen Satz halten, den Benedikt von Nursia um 500 n. Chr. prägte:
(Ora et labora) Bete und arbeite! Dieses Motto galt für das Leben der Benediktiner Mönche damals.

Ich finde es immer noch aktuell und sinnstiftend. Jedoch nicht unbedingt im Nacheinander, sondern im Zusammenspiel. Beten und arbeiten, arbeiten und vergnügt sein, nachdenken und danken! Schön, wenn das gelingt, ob nun im Liegestuhl oder beim Tätigkeitsein!