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25.06.2026 Kategorie: Propstei

Blickwechselpreis 2026

Verleihung am 29.06.2026, 17 Uhr, Jüdische Gemeinde

Am 29. Juni 2026 wird in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Braunschweig K.d.ö.R. (Steinstraße 4) der „Blickwechselpreis 2026“ des Vereins „Begegnung - Christen und Juden. Niedersachsen (BCJ)“ an den in Braunschweig lebenden Theologen Prof. Dr. Klaus Wengst verliehen.

Wengst wird für sein jahrzehntelanges Engagement im christlich-jüdischen Dialog geehrt, mit dem er in wissenschaftlichen und kirchlichen Zusammenhängen sich dafür eingesetzt hat, antijüdische Lesarten des Neuen Testaments zu überwinden und die bleibende Bedeutung Israels für die christliche Theologie herauszuarbeiten. Von 1992 bis 2006 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, von 1993 bis 2003 außerdem Vorsitzender des Evangelischen Studienkreises Kirche und Israel in Rheinland und Westfalen.

Inzwischen ist der Bochumer Professor (1981-2007) nach Braunschweig gezogen und engagiert sich als 84-jähriger Pensionär weiterhin in Vorträgen, Publikationen und Bildungsformaten für ein vertieftes christlich-jüdisches Gespräch. In seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit hat Wengst durch verschiedene Anstöße den „Blickwechsel“ persönlich vollzogen, für den der seit 1982 bestehende Verein „Begegnung – Christen und Juden in Niedersachsen e.V.“ mit seinen über 350 Mitgliedern unter dem Vorsitz von Pastorin Karin Haufler-Musiol ihn nun auszeichnet. Judenfeindlich verzerrende Interpretationen alttestamentlicher und neutestamentlicher Texte haben eine lange theologische und kirchliche Tradition und wesentlich zu den antisemitischen Exzessen beigetragen. Im Zuge einer sozialgeschichtlichen Auslegung biblischer Texte hat Wengst daran mitgewirkt, dass nach 1945 neue Wege eingeschlagen wurden und der christlich-jüdische Dialog sich zu einem wichtigen Arbeitszweig in den evangelischen Landeskirchen entwickelte.

In der um 17 Uhr beginnenden Veranstaltung wirken mit: Marina Jawolaja vom Landesverband der jüdischen Gemeinden Niedersachsens, Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel, die ehemalige Landesbischöfin und Ratsvorsitzende sowie frühere Generalsekretärin des Deutschen Kirchentages Prof. Dr. Dr. Margot Käßmann als Laudatorin, Studienleiterin Prof. Dr. Ursula Rudnick, die Musikwissenschaftlerin und Konzertgeigerin Elena Kondraschowa, Pfarrer Werner Busch sowie eine Schülergruppe.